UNTERHALTUNG
Es war ein rührendes, trauriges Theaterstück, und im ganzen Saal gab es kaum ein trockenes Taschentuch. Doch ein Mann auf dem ersten Rang brachte seine Sitznachbarn zur Weißglut, weil er sich weigerte, das Stück in der gebotenen Stimmung aufzunehmen. Statt zu weinen, lachte er. Während die anderen sich die Augen tupften und versuchten, ihre Schluchzer zu unterdrücken, strahlte sein Gesicht vor Vergnügen, und immer wieder brach er in völlig unpassendes Gelächter aus.
Schließlich wandte sich eine Dame neben ihm empört an ihn.
„I-ich weiß n-nicht, was Sie hierher gebracht hat“, schluchzte sie mit tränenüberströmtem Gesicht und presste eine Hand auf ihr schmerzendes Herz. „A-aber wenn Ihnen d-das Stück nicht gefällt, könnten Sie d-doch wenigstens die anderen L-Leute es genießen lassen!
